Gedanken die Bleiben.

Nicht alles passt in 15 Sekunden. 
Manches braucht ein bisschen mehr Platz. 

Hier schreibe ich über das, was mich beschäftigt, hängen bleibt oder mich meine Meinung noch einmal ändern lässt. Über Vatersein und Beziehungen. Über Veränderungen. Über mich. Und wahrscheinlich irgendwann über Dinge, von denen ich heute noch gar nicht weiß, dass sie mich beschäftigen werden.

Kein Ratgeber. Kein „So geht Leben“. Einfach Gedanken.


 

Passt schon.

„Passt schon“ ist wahrscheinlich einer der Sätze, die ich in meinem Leben am häufigsten gesagt habe.

Und ich meine damit nicht dieses „Passt schon“, wenn mich jemand fragt, ob wir uns um 18 oder 19 Uhr treffen.

Ich meine dieses andere.

Wie geht’s dir?
Passt schon.

Kommst du klar?
Ja, passt schon.

Und damit war das Thema meistens erledigt.

Ich glaube, ich war lange ziemlich gut darin, Dinge einfach hinzunehmen. Nicht unbedingt, weil sie gut waren, sondern weil sie funktioniert haben. Und wenn etwas funktioniert, gibt es ja erstmal keinen Grund, alles auseinanderzunehmen.

Zumindest habe ich mir das eingeredet.

Ich habe in den letzten Jahren ziemlich oft erlebt, dass das Leben sowieso macht, was es will. Dinge sind passiert, die ich so nicht geplant hatte. Manche Entscheidungen habe ich selbst getroffen, andere wurden mir einfach vor die Füße geworfen und ich musste irgendwie schauen, was ich daraus mache.

Und rückblickend merke ich, dass ich verdammt oft einfach weitergemacht habe.

Das kann ich nämlich ziemlich gut.

Funktionieren. Organisieren. Mich kümmern. Lösungen finden. Und irgendwann sieht etwas, das eigentlich ziemlich viel Kraft kostet, von außen vollkommen normal aus.

Vielleicht sogar für mich selbst.

Bis zu dem Punkt, an dem ich mich frage: Will ich das eigentlich noch so?

Diese Frage stelle ich mir inzwischen öfter.

Nicht nur bei den großen Dingen. Eigentlich gerade bei den kleinen.

Bei Menschen. Bei Freundschaften. Bei meinem Alltag. Bei dem Anspruch, den ich an mich selbst habe. Bei Dingen, die ich tue, weil ich sie wirklich möchte – und bei Dingen, die ich nur noch mache, weil ich sie schon immer so gemacht habe.

Und ich merke gerade, wie schwierig es manchmal ist, da überhaupt einen Unterschied zu erkennen.

Vielleicht beschäftigt mich das im Moment auch deshalb so sehr, weil mein Leben mich im letzten Jahr ziemlich deutlich daran erinnert hat, dass „irgendwann“ keine besonders gute Zeitangabe ist.

Ich will nicht erst irgendwann merken, dass ich jahrelang in Situationen geblieben bin, die eigentlich nur noch „gepasst schon“ haben.

Ich will auch nicht plötzlich anfangen, mein komplettes Leben zu optimieren. Darum geht es mir gar nicht. Nicht alles muss immer größer, besser oder erfüllender werden. Manchmal darf etwas einfach okay sein.

Aber ich möchte zumindest ehrlich genug mit mir sein, den Unterschied zu erkennen.

Zwischen:

Es ist okay.

und

Ich habe mich daran gewöhnt.

Vielleicht ist genau deshalb diese Seite entstanden.

Weil ich solche Gedanken sonst irgendwo zwischen Alltag, Kindern, Arbeit, Sport und allem anderen kurz habe – und dann sind sie wieder weg.

Hier möchte ich sie festhalten.

Nicht als Ratgeber. Und ganz sicher nicht, weil ich inzwischen herausgefunden hätte, wie dieses Leben funktioniert.

Sondern vielleicht einfach, um öfter hinzuschauen.

Und aus meinem automatischen

„Passt schon.“

ab und zu ein

„Passt das eigentlich noch?“

zu machen.

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